Schilddrüse

Die Schilddrüse besteht aus einem rechten und einem linken Lappen und liegt unterhalb des Kehlkopfes an der Luftröhre. Sie produziert wichtige Hormone, die vor allem den Energiestoffwechsel des Körpers beeinflussen.
Die Schilddrüsenfunktion wird wiederum von mehreren anderen Hormonen gesteuert und unterliegt somit einem Regelkreislauf. Funktioniert dieser Regelkreislauf nicht mehr, so kommt es zu einer

  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Unterfunktion der Schilddrüse
  • Knotigen Veränderung der Schilddrüse
Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)

Wird zu wenig Schilddrüsenhormon produziert, besteht eine sogenannte Unterfunktion. Dadurch finden zahlreiche Stoffwechselvorgänge und Prozesse im Körper verlangsamt statt.

(Häufigste) Symptome

  • Trockene und leicht verdickte Haut
  • Glanzlose Haare, manchmal Haarausfall
  • Schwellneigung (vor allem im Gesicht und um die Augen)
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Niedriger Blutdruck

Vergrößerung der Schilddrüse mit oder ohne Knotenbildung ist möglich.

Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)

Wird von der Schilddrüse zu viel Hormon gebildet, so besteht eine Überfunktion. Für den Körper ist dies so, als würde ein Motor auf Hochtouren fahren.

(Häufigste) Symptome

  • Gewichtsabnahme
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Schneller Herzschlag
  • Unruhezustände
  • Handzittern

Untersuchungen

Körperliche Untersuchung, Blutuntersuchung mit Bestimmung der Schilddrüsenhormone und der übergeordneten Hormone (zum Beispiel TSH-Wert).

Therapie

Sowohl die Überfunktion, als auch die Unterfunktion der Schilddrüse wird üblicherweise mit Medikamenten, durch Gabe von radioaktivem Jod und/oder eine Operation behandelt.
Bei besonderen Befundkonstellationen kann aber auch eine (Teil-)Entfernung der Schilddrüse notwendig werden.

Schilddrüsenknoten (Struma nodosa, Kropf)

Die häufigste Ursache einer knotigen Schilddrüse oder der Schilddrüsenvergrößerung in Deutschland ist ein Mangel an Jod im Körper. Es gibt aber auch seltenere Ursachen wie Entzündungen oder Autoimmun-Erkrankungen (Morbus Basedow).

Eine Vergrößerung der Schilddrüse kann mit und ohne Ausbildung von Knoten erfolgen.

Symptome

Engegefühl am Hals, heisere Stimme, Vergrößerter Halsumfang (Kette passt nicht mehr).

Untersuchungen

Ärztliche körperliche Untersuchung, Blutuntersuchung mit Bestimmung der Schilddrüsenhormone und der übergeordneten Hormone (zum Beispiel TSH-Wert), Ultraschall des Halses, eventuell Szintigramm der Schilddrüse.

Therapie

Hat eine Behandlung mit Medikamenten nicht den gewünschten Erfolg gebracht, also wächst die Schilddrüse weiter oder verändern sich die Knoten, so kann eine Operation notwendig werden.
Hierbei werden, je nach Vorbefunden, nur ein einzelner Knoten, eine Schilddrüsenseite oder die gesamte Schilddrüse entfernt werden. Dies geschieht über einen kleinen Schnitt am unteren Halsbereich.
Während der Operation wird Ihr Stimmbandnerv, der immer in der Nähe des Operationsgebietes liegt, nach den modernsten Standards mit einem sogenannten Neuromonitoring überprüft, um das Risiko einer Nervenschädigung zu minimieren.
Die Operationswunde wird mit feinen Nähten wieder verschlossen, so dass ein ideales kosmetisches Ergebnis erzielt wird.

Nach der Operation

Die Operation der Schilddrüse verursacht nur geringe Beschwerden nach der Operation. Etwas häufiger kommen Nackenschmerzen durch die überstreckte Lagerung bei dem Eingriff vor. Meist können Sie bereits zwei bis drei Tage nach der Operation nach einer HNO-ärztlichen Kontrolle der Stimmbandnerven das Krankenhaus bereits wieder verlassen.
Die fehlenden Hormone im Körper gleichen wir durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen, die nahezu körpergleich sind, aus. Diese Medikamente müssen täglich und dauerhaft eingenommen werden. Die Dosis sollte jedoch regelmäßig (anfänglich alle drei Monate, später jährlich) kontrolliert und angepasst werden. Das bietet den besten Schutz vor einem erneuten Wachstum des Schilddrüsenrestes (Rezidivprophylaxe).