Dickdarm

Der Dickdarm ist der letzte Teil des Verdauungstraktes des Menschen. Er ist circa 1 bis 1,50 Meter lang und umgibt den Dünndarm wie ein Bilderrahmen.

Die Hauptfunktion liegt im Transport und in der Speicherung des Stuhls und in der Rückgewinnung von Wasser aus dem Stuhl. Dabei wird der Stuhl eingedickt. Das gibt dem Dickdarm seinen Namen.‎

Divertikelkrankheit

Darmdivertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut und völlig harmlos.

Treten Beschwerden auf, spricht man von einer Divertikelkrankheit.
Entzünden sich die Ausstülpungen (Divertikulitis) können sich starke Schmerzen im linken Unterbauch entwickeln.

Symptome

Plötzlich auftretende, oder langsam zunehmende aber anhaltende Schmerzen im linken Unterbauch. Selten treten Übelkeit und Erbrechen auf. Häufiger treten zunächst Verstopfung, später Durchfällen auf. Oftmals Fieber.

Untersuchungen

Ärztliche körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen (vor allem Entzündungszeichen), Ultraschall des Bauchraumes, CT (Computer-Tomographie) des Bauchraumes.

Therapie

Die Divertikelkrankheit wird anhand des CT-Befundes in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Diese Schweregrade, in Vebindung mit der Symptomschwere, bestimmen die jeweilige Therapieform.
Bei einer leichten Divertikulitis wird zunächst versucht, die Entzündung medikamentös zu behandeln. Hierzu wird eine leichte Diät verschrieben. Eine Antibiotika-Behandlung ist nicht immer erforderlich.

Eine schwere Divertikulitis muss im Krankenhaus behandelt werden. Die Patienten müssen eventuell auf Nahrungszufuhr verzichten. Es werden Infusionen und Antibiotika über die Vene verabreicht. Wenn sich die Beschwerden bessern, ist ein Kostaufbau mit leichter, schlackenarmer Nahrung möglich.

Eine Operation ist nur dann notwendig, wenn es zu Komplikationen der Divertikulitis kommt. Hierzu zählen ein Darmdurchbruch, massiven Blutungen aus den entzündeten Divertikeln oder Verbindungsgängen (Fisteln) in andere Organe.
Des Weiteren kann es zu einer narbigen Verengung des Darms nach Abheilung der Entzündung kommen, die den Stuhlgang deutlich erschwert und die durch eine Operation entfernt wird.
Außerdem kann eine Operation bei wiederholten Entzündungen, nach einer Entzündung mit Komplikationen oder wenn andere Behandlungsmaßnahmen nicht anschlagen, sinnvoll sein.

Operation

Ist eine Operation bei Divertikelkrankheit oder ihren Komplikationen notwendig, so wird der Schleifendarm entfernt. Dies ist ein Teil des Dickdarmes im linken Unterbauch, der sich leicht S-förmig darstellt und als sog. Hochdruckzone des Darmes bezeichnet wird. In diesem Darmanteil bilden sich bevorzugt die Divertikel.
Bei der Operation werden 30-40 cm des Darmes über minimal-invasive Zugänge entfernt und eine neue Verbindung zwischen den entstehenden Darmenden hergestellt, so dass eine normale Verdauung möglich ist. Somit sind trotz der Entfernung eines Darmanteils nur drei kleine Narben von einem Zentimeter Länge und eine Narbe von etwa fünf Zentimetern Länge in der Bikini-Zone vorhanden, die kosmetisch nicht auffallen.

Bei Notfall-Eingriffen wird jeweils individuell entschieden, ob ein minimal-invasives Vorgehen oder – wie früher üblich – ein etwas längerer Schnitt in der Bauchmitte durchgeführt wird.

Nach der Operation

Üblicherweise folgt nach der Operation ein eintägiger Aufenthalt auf der Intensivstation zur Überwachung. Da wir zu dem Eingriff einen Schmerzkatheter (PDK) nutzen, können Sie schnell und fast schmerzfrei wieder aus dem Bett aufstehen. Sie können auch bereits am Tag der Operation wieder trinken und Joghurt sowie Brühen zu sich nehmen. Sobald Ihr Darm wieder seine Tätigkeit aufnimmt (er „streikt“ gerne kurz nach einer Operation für eine kleine Weile), erhalten Sie wieder leichte Kost.
Nach fünf bis sechs Tagen kann eine Entlassung aus der stationären Behandlung erfolgen. Ein längerer Aufenthalt ist jedoch auch möglich, wenn Sie noch Zeit zur Erholung brauchen.