Leistungsangebot

Kinder als Patienten sind keine „kleinen Erwachsenen“. Deshalb müssen sich Kinderchirurgen mit ganz anderen medizinischen Problemen beschäftigen als Chirurgen, die erwachsene Patienten betreuen. Besonders wichtig im Fachbereich der Kinderchirurgie ist ein umfangreiches Wissen über das Wachstum von Kindern und damit zusammenhängend über die Entwicklung des Organsystems. Außerdem fordern die kleinen Patienten ein anderes Maß an Aufmerksamkeit und Zuwendung als erwachsene Patienten.

Kinderchirurgie

In der Kinderchirurgie im EVK Lippstadt gibt es verschiedene Behandlungsschwerpunkte

  • die Neugeborenenchirurgie mit der Behandlung angeborener Fehlbildungen
  • die Kinderurologie (alle Krankheitsbilder, die die Harnwege betreffen)
  • die Behandlung von verunfallten Kindern
Fehlbildungs- und Neugeborenenchirurgie

Die Fehlbildungs- und Neugeborenenchirurgie ist eine wesentliche Aufgabe der Kinderchirurgie. Hier behandeln wir Fehlbildungen von Teilen des Verdauungstraktes (z.B. Engstellen oder Verschlüsse der Speiseröhre, des Magens, Dünn- und Dickdarms oder des Anus), des Zwerchfells (Zwerchfellhernie), der Bauchwand (Omphalozele, Gastroschisis) sowie der Extremitäten und des Gesichtes (akzessorische Finger oder Zehen, Ohranhängsel, Halsfisteln oder -zysten). 

Bei sehr seltenen Fehlbildungen stellen wir den Kontakt zu hochspezialisierten Zentren in Deutschland her und betreuen die Kinder anschließend heimatnah. Frühgeborene Kinder, die auf der Intensivstation unserer Kinderklinik liegen, betreuen wir zusammen mit unseren neonatologischen Kollegen. Bei unseren kleinsten Patienten kann es passieren, dass frühzeitige Operationen nötig sind, da die verschiedenen Organsysteme nicht ausgereift sind. Akut lebensbedrohliche Erkrankungen von Früh- und Neugeborenen (z.B. nekrotisierende Enterokolitis, Colonperforation oder Mekoniumpropleme) erfordern häufig eine rasche operative Versorgung schon in den ersten Lebenstagen.

Da wir eng mit der Pränataldiagnostik der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in unserem Haus kooperieren, sehen wir unsere Patienten manchmal schon vor der Geburt. So können wir bei aufgefallenen Fehlbildungen erste Gespräche mit den Eltern führen und therapeutische Möglichkeiten aufzeigen.

Kindertraumatologie

Wir versorgen konservativ und operativ alle Knochenbrüche im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung des noch vorhandenen Wachstumspotentials. Unser Ziel ist es, eine Behandlungsmethode zu finden, die den Erfordernissen des wachsenden Skelettes gerecht wird und die „Spontankorrekturen“ von Fehlstellungen berücksichtigt. Dr. med. Tilmann Gresing, Chefarzt der Kinderchirurgie, besitzt die Zulassung als Durchgangsarzt für die Versorgung von Schul- und Kindergartenunfällen. Die Versorgung von thermischen Verletzungen, wie Verbrühungen und Verbrennungen, erfolgt nach modernsten Gesichtspunkten im interdisziplinären Team, gemeinsam mit Physiotherapeuten, gegebenenfalls auch Kinderpsychologen und Ergotherapeuten.

Kinderurologie

Ein Schwerpunkt unseres Behandlungsspektrums ist die Kinderurologie. Hier versorgen wir Fehlbildungen des Harntraktes (von der Niere bis zum Penis) und verschiedene Erkrankungen an Niere, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre und den männlichen Geschlechtsorganen. Dazu zählen z.B. die Hypospadie (Harnröhrenfehlbildung), der Hodenhochstand, Engstellen im Bereich des Harnleiters und krankhaftes Zurückfließen des Urins aus der Blase in die Harnleiter (vesicoureteraler Reflux) oder auch die Vorhautenge (Phimose). Die Enuresis (Einnässen) zählt zu den häufigsten Problemen der Kinderurologie, die wir nach entsprechender Diagnostik behandeln.

Allgemeine Kinderchirurgie

Im Rahmen der Allgemeien Kinderchirurgie behandeln wir

  • Leisten-, Nabel- und Bauchwandbrüche
  • Einstülpung des Darmes (Invagination)
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
  • Verstopfung(Obstipation)
  • gastroösophagealer Reflux
  • Gallenblasentfernung
  • Entfernung gutartiger Hautveränderungen
Minimalinvasive Kinderchirurgie

Zahlreiche Eingriffe im Bauchraum und Brustkorb können wir heute minimalinvasiv – d.h. mit kleinen Schnitten – durchführen. Diese sogenannte „Schlüssellochchirurgie“ ist bereits im Säuglingsalter möglich. Für die Operationen unserer kleinsten Patienten stehen uns spezielle Instrumente zur Verfügung stehen. Minimalinvasive Untersuchungs- und Operationsmethoden nutzen wir bei Blinddarm- und Gallenblasenentfernungen, zur Diagnostik bei unklaren Bauchschmerzen, zur Hodensuche bei nicht tastbarem Hoden, zur Abklärung von Ovarialzysten bei Mädchen oder auch bei der Behandlung des vesicoureteralen Refluxes (Rückfluss von Urin aus der Harnblase in das Nierenbecken).

Ambulante Kinderchirurgie

Viele Eingriffe führen wir ambulant durch, wenn die Kinder älter als ein Jahr sind und keine wesentlichen Gründe oder Begleiterkrankungen dagegen sprechen. Das bedeutet, Sie und Ihr Kind können bereits kurz nach der Operation wieder nach Hause gehen. Zu den ambulanten Eingriffen zählen zum Beispiel Operationen u.a. von Nabel- oder Leistenbrüchen, Vorhautverengungen, Entfernung kleiner Hauttumoren oder Warzen, Materialentfernungen nach Knochenbrüchen und das Krankheitsbild des „Schnellenden Fingers“ (Ringbandstenosen). Unser ambulanter Operationstag ist freitags. Die Eingriffe finden in eigenen Operationsräumen im Facharztzentrum des EVK Lippstadt statt. Die Operationsvorbereitung mit chirurgischer und anästhesiologischer Aufklärung erfolgt einige Tage vor dem Operationstermin in einer eigenen Sprechstunde. Dort führen wir auch einige Tage nach der Operation eine Nachuntersuchung durch.