Traumazentrum

In der Bundesrepublik Deutschland erleidet jährlich fast jeder zehnte Mensch einen Unfall. Jährlich muss bundesweit mit über 30 000 polytraumatisierten Patienten  gerechnet werden. Das sind Menschen mit mehreren, gleichzeitig erlittenen Verletzungen in verschiedenen Körperregionen. Ein Polytrauma ist immer lebensgefährlich. Die Überlebenschance eines schwerverletzten oder polytraumatisierten Patienten hängt oft von einer schnellen und qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung ab. 

Das Evangelische Krankenhaus Lippstadt wurde als lokales Traumazentrum im TraumaNetzwerk der DGU - Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie - zertifiziert. Die schwerverletzten Patienten kommen mit dem Rettungswagen oder mit dem Hubschrauber zu uns.

Ein interdisziplinäres Team aus Anästhesisten, Unfallchirurgen und Bauchchirurgen steht in zwei sogenannten Schockräumen zur Erstversorgung der Patienten bereit. Hier überwachen die Anästhesisten Atmung und Kreislauf des Patienten während sich die Chirurgen zeitgleich um die Akutversorgung kümmern. Das interdisziplinäre Team unter Leitung von Dr. med. Peter Jürgensmeier, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie, Orthopädie, Sportverletzungen, erhält innerhalb von Minuten einen vollständigen Überblick über Verletzungsmuster und -schwere mittels Computertomographie, Röntgen und Ultraschall. Erste Behandlungsschritte für die Notfallversorgung folgen und der Behandlungsplan wird im Team erstellt. Je nach Verletzungsmuster ziehen wir die erforderlichen Spezialisten aus anderen Fachgebieten hinzu. Bei schweren Schädel-Hirn Traumata und Wirbelsäulenverletzungen mit neurochirurgischer Behandlungsnotwendigkeit bestehen Kooperationen mit Kliniken des Traumanetzwerks. Mit diesen Kliniken besteht die Möglichkeit einer telemedizinischen Befundung.