Dünn-, Dick- und Mastdarm

NEUER EINLEITUNGSTEXT

Erkrankungen des Dünndarms

Angeborene Fehlbildungen (Meckel-Divertikel)

Angeborene Fehlbildungen können sich als Dünndarm-Nabel-Fistel oder als Ausstülpung der Dünndarmwand nach außen (das so genannte Meckel-Divertikel) äußern. Diese Divertikel können ähnliche Beschwerden wie eine Blinddarmentzündung hervorrufen.

Symptome

Nässen des Nabels, plötzliche anhaltende Schmerzen im Bauch mit Fieber, Krankheitsgefühl.

Untersuchung

Ärztliche körperliche Untersuchung, Blutentnahme, Ultraschall, evtl. Bauchspiegelung.

Operation

Eine Nabelfistel sollte operativ entfernt werden, wenn sie dauernd nässt. Ein Meckel-Divertikel wird meist im Rahmen einer Blinddarm-Operation gefunden, da sich die entsprechenden Beschwerden ähneln. Das Divertikel kann meist ausgeschnitten werden, ohne einen Teil des Dünndarms zu entfernen. Wenn operiert werden muss, stehen uns zwei Verfahren zur Verfügung: Die schonende, minimal-invasive Methode oder die offene Operation mit einem Bauchschnitt. In der Regel verlaufen diese Operationen komplikationslos.

Tumore des Dünndarms

Nur wenige Patienten entwickeln Tumore im Dünndarm. Hier planen wir die operative Therapie und das weitere therapeutische Vorgehen immer individuell und besprechen es ausführlich mit jedem einzelnen Betroffenen.

Erkrankungen des Dickdarms

Blinddarmentzündung - Appendizitis (akut und chronisch)

Der Wurmfortsatz ist ein fingerförmiges Anhängsel am Anfang des Dickdarmes im rechten Unterbauch.

Dieser Anfang des Dickdarms ist der eigentliche „Blinddarm“, der sich aber meist nicht mit entzündet. Bisher ist nicht bekannt, welche Funktion der Wurmfortsatz besitzt. Ebenso wenig sind bisher Nachteile bekannt, wenn der Wurmfortsatz entfernt wurde.

Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Spricht man von einer Blinddarmentzündung ist eigentlich die Entzündung des Wurmfortsatzes gemeint. Eine Appendizitis kann sehr plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser entstehen. Vorbeugende Maßnahmen gegen eine „Blinddarmentzündung“ sind daher auch nicht bekannt.
Eine Blinddarmentzündung tritt häufiger im Kindes- und Jugendalter auf. Doch auch Erwachsene und Senioren können daran erkranken.

Akute Blinddarmentzündung (Akute Appendizitis)

Symptome:
Plötzlich auftretende Schmerzen im rechten Unterbauch oder Schmerzen, die am Bauchnabel beginnen und dann in den rechten Unterbauch ziehen. Häufig treten Übelkeit und Erbrechen, aber nur selten Durchfälle auf. Oftmals Fieber.

Untersuchungen:
Ärztliche körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen (vor allem Entzündungszeichen), Ultraschall des Bauchraumes.

Chronische Blinddarmentzündung (chronische Appendizitis)

Symptome:
Immer wieder auftretende mäßige Schmerzen im rechten Unterbauch, die nach einigen Tagen oder Stunden wieder verschwinden. Manchmal begleitet von leichter Übelkeit aber ohne Erbrechen.

Untersuchungen:
Ärztliche körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen (vor allem Entzündungszeichen), Ultraschall des Bauchraumes.

Operationen des Blinddarm-Wurmfortsatz

Bei einer akuten Blinddarmentzündung muss der Wurmfortsatz durch eine Operation entfernt werden. Auch in Notfallsituationen (z.B. nachts) kann dies oftmals über eine Bauchspiegelung, also minimal-invasive Operation erfolgen. Nur in seltenen Fällen muss noch ein größerer Schnitt zur Entfernung des Wurmfortsatzes erfolgen.
Deuten nicht alle Untersuchungen auf eine hoch akute Blinddarmentzündung hin, so kann in Einzelfällen auch ein Behandlungsversuch ohne Operation mit Infusionstherapie sinnvoll sein.

Besteht eine chronische Blinddarmentzündung, d.h. es treten immer wieder die Beschwerden auf und andere Erkrankungen des Bauchraumes sind ausgeschlossen, so kann der Blinddarm in einer geplanten Operation über eine Bauchspiegelung minimal-invasiv entfernt werden.

Ob in einer geplanten Operation bei der chronischen Entzündung des Blinddarms, oder einer Notfallsituation bei der akuten Blinddarmentzündung, die Entfernung erfolgt in unserer Klinik oftmals über eine minimal-invasive Operation. Nur in seltenen Fällen muss noch ein größerer Schnitt zur Entfernung des Wurmfortsatzes erfolgen.

Der Krankenhausaufenthalt nach der Operation beträgt in der Regel zwei bis fünf Tage.

Minimal-invasive Blinddarmoperation

Über drei kleinste Schnitte im Unterbauch werden eine Kamera und spezielle Instrumente in die Bauchhöhle eingebracht. Der Blinddarm wird von seiner Durchblutung getrennt, mit zwei Schlingen oder Klammern verschlossen und vom Dickdarm abgetrennt und aus dem Bauch entfernt. Ist bereits Eiter in der Bauchhöhle, wird zum Ende der Operation eine Drainage in den Entzündungsbereich gelegt, um dem Körper Gelegenheit zu geben, Wundwasser aus dem Bauch heraus zu transportieren. Die Operation dauert im Durchschnitt 40 Minuten.

Nach einer minimal-invasiven Operation sind unsere Patienten schneller wieder mobil und können meist nach zwei bis drei Tagen das Krankenhaus wieder verlassen. Die Risiken von Komplikationen nach der Operation wie Thrombosen, Lungenembolien oder Lungenentzündungen sind bei dieser Methode deutlich geringer. Da man die kleinen Schnitte kaum sieht, sind die kosmetischen Ergebnisse sehr gut.

Offene Operation

In den seltenen Fällen einer offenen Operation (bei sehr fortgeschrittenen Entzündungen) erfolgt ein etwas größerer Schnitt im rechten Unterbauch, wenn möglich im Bereich der Bikini-Zone. Nach Eröffnen der Bauchschichten wird auch bei dieser Operationsform zunächst der Wurmfortsatz von seiner Durchblutung getrennt, dann verschlossen und vom Dickdarm abgetrennt.  Ist bereits Eiter in der Bauchhöhle wird zum Ende der Operation eine Drainage in den Entzündungsbereich gelegt, um dem Körper Gelegenheit zu geben, Wundwasser aus dem Bauch zu transportieren.

Die offene Operation dauert im Durchschnitt etwa 60 Minuten.

Verwachsungen des Darms

Text wird ergänzt

Divertikelkrankheit

Darmdivertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut und völlig harmlos.

Treten Beschwerden auf, spricht man von einer Divertikelkrankheit.
Entzünden sich die Ausstülpungen (Divertikulitis) können sich starke Schmerzen im linken Unterbauch entwickeln.

Symptome

Plötzlich auftretende, oder langsam zunehmende aber anhaltende Schmerzen im linken Unterbauch. Selten treten Übelkeit und Erbrechen auf. Häufiger treten zunächst Verstopfung, später Durchfällen auf. Oftmals Fieber.

Untersuchungen

Ärztliche körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen (vor allem Entzündungszeichen), Ultraschall des Bauchraumes, CT (Computer-Tomographie) des Bauchraumes.

Therapie

Die Divertikelkrankheit wird anhand des CT-Befundes in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Diese Schweregrade, in Vebindung mit der Symptomschwere, bestimmen die jeweilige Therapieform.
Bei einer leichten Divertikulitis wird zunächst versucht, die Entzündung medikamentös zu behandeln. Hierzu wird eine leichte Diät verschrieben. Eine Antibiotika-Behandlung ist nicht immer erforderlich.

Eine schwere Divertikulitis muss im Krankenhaus behandelt werden. Die Patienten müssen eventuell auf Nahrungszufuhr verzichten. Es werden Infusionen und Antibiotika über die Vene verabreicht. Wenn sich die Beschwerden bessern, ist ein Kostaufbau mit leichter, schlackenarmer Nahrung möglich.

Eine Operation ist nur dann notwendig, wenn es zu Komplikationen der Divertikulitis kommt. Hierzu zählen ein Darmdurchbruch, massiven Blutungen aus den entzündeten Divertikeln oder Verbindungsgängen (Fisteln) in andere Organe.
Des Weiteren kann es zu einer narbigen Verengung des Darms nach Abheilung der Entzündung kommen, die den Stuhlgang deutlich erschwert und die durch eine Operation entfernt wird.
Außerdem kann eine Operation bei wiederholten Entzündungen, nach einer Entzündung mit Komplikationen oder wenn andere Behandlungsmaßnahmen nicht anschlagen, sinnvoll sein.

Operation

Ist eine Operation bei Divertikelkrankheit oder ihren Komplikationen notwendig, so wird der Schleifendarm entfernt. Dies ist ein Teil des Dickdarmes im linken Unterbauch, der sich leicht S-förmig darstellt und als sog. Hochdruckzone des Darmes bezeichnet wird. In diesem Darmanteil bilden sich bevorzugt die Divertikel.
Bei der Operation werden 30-40 cm des Darmes über minimal-invasive Zugänge entfernt und eine neue Verbindung zwischen den entstehenden Darmenden hergestellt, so dass eine normale Verdauung möglich ist. Somit sind trotz der Entfernung eines Darmanteils nur drei kleine Narben von einem Zentimeter Länge und eine Narbe von etwa fünf Zentimetern Länge in der Bikini-Zone vorhanden, die kosmetisch nicht auffallen.

Bei Notfall-Eingriffen wird jeweils individuell entschieden, ob ein minimal-invasives Vorgehen oder – wie früher üblich – ein etwas längerer Schnitt in der Bauchmitte durchgeführt wird.

Nach der Operation

Üblicherweise folgt nach der Operation ein eintägiger Aufenthalt auf der Intensivstation zur Überwachung. Da wir zu dem Eingriff einen Schmerzkatheter (PDK) nutzen, können Sie schnell und fast schmerzfrei wieder aus dem Bett aufstehen. Sie können auch bereits am Tag der Operation wieder trinken und Joghurt sowie Brühen zu sich nehmen. Sobald Ihr Darm wieder seine Tätigkeit aufnimmt (er „streikt“ gerne kurz nach einer Operation für eine kleine Weile), erhalten Sie wieder leichte Kost.
Nach fünf bis sechs Tagen kann eine Entlassung aus der stationären Behandlung erfolgen. Ein längerer Aufenthalt ist jedoch auch möglich, wenn Sie noch Zeit zur Erholung brauchen.

Dickdarmkrebs

Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Im Laufe ihres Lebens erkranken in Deutschland sechs von 100 Menschen an Darmkrebs. Das ist jeder Siebtzehnte. In über sechzig Prozent der der Fälle sind die letzten vierzig Zentimeter des Dickdarms, also der S-Darm (Sigma) und der Mastdarm (Rektum) betroffen.

Risikofaktoren

Als Risikofaktoren für die Entstehung eines Darmkrebses gelten:

  • Lebensstil (Nikotinkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht)
  • gutartige Schleimhautwucherungen im Dickdarm (Polypen, Adenome)
  • Ernährung (fleischreiche, fettreiche und faserarme Kost)
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen, besonders Colitis ulcerosa
  • Familienangehörige mit Darmkrebs oder Darmpolypen (ca. zehn Prozent der Darmkrebserkrankungen sind erblich bedingt)
  • FAP (familiäre adenomatöse Polyposis)
  • Lynch-Sydrom (HNPPC: erbliches, nicht polypöses kolorektales Krebssyndrom)

Symptome

Zu den ersten Symptomen des Dickdarmkrebses zählen:

  • veränderte Stuhlgewohnheiten (Wechsel von Verstopfung und Durchfall, bleistiftdünner Stuhl etc.)
  • Blut im Stuhl
  • wiederholte, krampfartige Bauchschmerzen
  • Leistungsabfall, ungewollte Gewichtsabnahme

Wissenswertes:

  • Blut im Stuhl wird oftmals durch Hämorrhoiden verursacht. Diese sollten konsequent behandelt werden und bei fortbestehender Blutung sollte auf jeden Fall eine Dickdarmspiegelung zum Ausschluss einer höher gelegenen Blutungsquelle durchgeführt werden.

Früherkennung

Wie bei anderen Krebsarten sind die Heilungschancen verbessert, wenn der Tumor bereits in seinen Frühstadien zu erkannt wird.
Da der Dickdarmkrebs in seinen frühen Stadien keine Symptome verursacht, ist die Früherkennung durch die Vorsorge-Dickdarmspiegelung von herausragender Bedeutung. Deshalb wird eine Vorsorge-Koloskopie ab dem 55. Lebensjahr dringend empfohlen, bei auftretenden Symptomen und Risikopatienten auch eher.
Wissenswert hierzu:

  • Die Bestimmung des Tumormarkers CEA im Blut ist keine Screeningmethode und ersetzt die Koloskopie nicht
  • Auch die Bestimmung von verborgenem Blut im Stuhl (Hämoccult) kann wegen vieler Fehldeutungen die Koloskopie nicht ersetzen

Sollte trotz Früherkennung eine Darmkrebserkrankung auftreten, so liegt die Heilungschance bei über sechzig Prozent, wenn die Behandlung in kompetenter ärztlicher Hand liegt.
Im EVK Lippstadt behandeln wir Patienten mit Tumorerkrankungen nach den modernsten und aktuellsten Wissen und Techniken.
Wir bündeln die Kompetenzen der unterschiedlichen Fachabteilungen für die Behandlung von Krebserkrankungen in unserem fachübergreifenden Tumorboard. Hier werden die Therapiekonzepte aller unserer Krebspatienten interdisziplinär besprochen. An dieser Konferenz, die wöchentlich stattfindet, nehmen Onkologen, Internisten, Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Gynäkologen und Pathologen teil.

Seit Jahren sind wir erfolgreich Mitglied im Westdeutschen Darmkrebszentrum (WDC).

Untersuchung - Dickdarmspiegelung (Koloskopie)

Ärztliche körperliche Untersuchung (Abtasten, Abhören, Fingeruntersuchung des Mastdarms) ,Dickdarmspiegelung mit Entnahme von Proben, Ultraschall der Bauchhöhle, Blutuntersuchungen (mit Tumormarkern), Röntgen der Lunge, ggf. CT (Computertomographie).

Dickdarmspiegelung (Koloskopie)
Bei größeren Tumoren können wir durch die Spiegelung Gewebeproben (Biopsien) entnehmen.
Eine Koloskopie führen wir in der Regel unter einer leichten Beruhigungsspritze (Sedierung) durch, so dass der Patient dabei schläft. Die meisten Patienten geben nach der Untersuchung an, dass diese viel angenehmer war als erwartet und lediglich die Abführmaßnahme am Vortag teilweise als belastend empfunden wurde.

Therapie

Die chirurgische Therapie besteht in der vollständigen Entfernung des Tumors mit angrenzenden Dickdarmabschnitten („Sicherheitsabstand“) unter Mitnahme des Lymphabflussgebietes. Die verbleibenden Darmenden werden wieder miteinander verbunden.

In der Regel wird dieser etwa ein- bis zweistündigen operativen Eingriff in minimal-invasiver Technik durchgeführt. Somit kann auch die Entfernung des Krebses als schonende, schmerzarme Operation mit nur kleinen Narben und geringerer körperlicher Belastung  durchgeführt werden. Nur selten muss dieser Eingriff als offene Operation erfolgen.
Die Anlage eines künstlichen Darmausganges ist nur in wenigen Ausnahmenfällen erforderlich.

Nach der Operation

Üblicherweise folgt nach der Operation ein eintägiger Aufenthalt auf der Intensivstation zur Überwachung. Da wir zu dem Eingriff einen Schmerzkatheter (PDK) nutzen können sie schnell und fast schmerzfrei wieder aus dem Bett aufstehen. Sie können auch bereits am Tag der Operation wieder trinken und Joghurt sowie Brühen zu sich nehmen. Sobald Ihr Darm wieder seine Tätigkeit aufnimmt (er „streikt“ gerne kurz nach einer Operation für eine kleine Weile) erhalten Sie wieder leichte Kost.
Der Krankenhausaufenthalt nach der Operation liegt bei fünf bis zehn Tagen.

Medikamentöse Nachbehandlung (Chemotherapie)

Der entfernte Darm wird zu einer feingeweblichen (histologischen) Untersuchung zum Pathologen geschickt. Dort wird der Tumor nach bestimmten Kriterien in Stadien eingeteilt (sog. UICC-Stadien). Bei den Stadien I-IIA ist nach der Operation keine medikamentöse Nachbehandlung (Chemotherapie) notwendig. Ab dem Stadium III, das bedeutet, wenn mindestens einer der entnommenen Lymphknoten bereits befallen ist, wird eine unterstützende Chemotherapie empfohlen.

Nachsorge

Die Nachsorgeuntersuchungen sollen sich  eventuell auftretende Metastasen und neue Polypen im Darm frühzeitig  entdecken. Die Art der Nachsorgeuntersuchungen und die zeitliche Abfolge wird durch Empfehlungen der Fachgesellschaften (www.awmf.de) geregelt. Das Nachsorgeprogramm dauert insgesamt fünf Jahre, in denen in bestimmten Zeiträumen folgende Untersuchungen vorgesehen sind:

  • körperliche Untersuchung
  • Laboruntersuchung
  • Sonographie (Ultraschall)
  • Koloskopie (Dickdarmspiegelung)
  • Computertomograhie

Die Termine für die notwendigen Nachsorgen werden Ihnen bei der Entlassung mitgeteilt.

Metastasen

Einige Patienten haben bereits zum Zeitpunkt der Diagnose des Primärtumors Tochtergeschwülste (Metastasen), meist in der Leber, gelegentlich auch in der Lunge oder in anderen Organen. Der Tumor hat dann „gestreut“.

Heutzutage können wir auch in diesen Fällen die Metastasen durch operative Entfernung, Abtötung durch Hochfrequenzstrom (Radiofrequenz-Ablation) und/oder einer Chemotherapie behandeln. Auch Lungenmetastasen sind in vielen Fällen operativ vollständig entfernbar, so dass der Nachweis von Metastasen nicht zwangsläufig Unheilbarkeit bedeutet.

Aktionen gegen Darmkrebs

Wir unterstützen die Initiative für Darmkrebsvorsorge durch Teilnahme an der Kronkorkenaktion und durch regelmäßig stattfindende „Darmtage“ im EVK Lippstadt.

Erkrankungen des Mastdarms

Hämorrhoidalleiden

Hämorrhoidalvenen gehören zum Schließmuskelapparat des Afters. Nur wenn sie sich vergrößern und Beschwerden machen müssen sie therapiert werden. Vergrößerte Hämorrhoiden werden nach ihrer Größe in Stadien unterteilt und je nach Stadium behandelt.

1. Grades

Vergrößerte Hämorrhoiden ohne Symptom.

Therapie:
Keine Therapie notwendig, ggf. Salben

2. Grades

Vergrößerte Hämorrhoiden mit Symptomen wie Juckreiz, kleine Blutungen

Therapie:
Salbenbehandlung, Gummibandligatur, Verödung der Hämorrhoiden, Hämorrhoidenarterienligatur mit Raffung (HAL-RAR), Ausschneiden der Hämorrhoiden (OP nach Fergusson, Parks).

3. Grades

Vergrößerte Hämorrhoiden, die aus dem After vortreten, sich aber wieder zurückdrücken lassen.

Therapie:
Hämorrhoidopexie nach LONGO mit Zirkularstapler, Ausscheiden der Hämorrhoiden (OP nach Fergusson, Parks).

4. Grades

Vergrößerte Hämorrhoiden, die aus dem After vortreten und sich nicht mehr zurückdrücken lassen.

Therapie:
Ausschneiden mit plastischem Schleimhautversatz (Operation nach Fansler-Arnold)

Fisteln

Fisteln sind schlauchartige Verbindungen zwischen zwei Organen, die dort nicht hingehören. Im Falle von Analfisteln heißt das, dass eine Gangverbindung zwischen dem Mastdarm und der Haut neben dem After vorliegt. Oft werden Fisteln erst entdeckt, wenn sie sich entzündet haben und sich Eiter darin gebildet hat.
Die Art der Fistelbehandlung ist davon abhängig, ob die Fistel durch den Schließmuskel zieht oder nicht. Daher ist hier eine sehr individuelle Beratung zur Fistelbehandlung notwendig. In unserer Klinik werden alle Formen der Fistelbehandlung angeboten:

  • Fistelspaltung
  • Plastischer Fistelverschluss
  • Fadendrainage
  • Fistelspaltung und Sphinkterrekonstruktion
  • Mukosaflap
  • Analer Fistelplug
  • Fistelclip (OTSC) Mehr Infos finden Sie hier.
Analfissuren

Dies sind oft schmerzhafte kleine Einrisse der Afterschleimhaut, die häufig nach Durchfällen oder besonders hartem Stuhlgang auftreten. Bessert sich die Fissur nicht nach entsprechender Salbenbehandlung, so muss sie durch Ausschneiden in einer kleinen Operation entfernt werden.
Die Operation kann in den meisten Fällen ambulant erfolgen und dauert etwa zehn Minuten.

Pilonidalsinus
  • Klassische Exzision (Offenes Verfahren)
  • Minimal invasiv: Pit-Picking nach Bascom in Lokalanästhesie
Stuhlinkontinenz
  • Prä- und postnatale Schließmuskelreparatur
  • Analsphinkterrekonstruktion
  • Sakrale Nervenstimulation SNS (“Schrittmacher für den Schließmuskel“)
Darmvorfall (Prolaps)
  • STARR-OP (bei Rektozele, innerem Rektumprolaps, Entleerungsstörung)
  • Transtar-OP (bei Rektozele, innerem und äusserem Rektumprolaps, Entleerungsstörung)
  • Posteriore Rektumresektion nach Altemeier
  • Mukosaresektion nach Rehn-Delorme
Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom)

Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) ist eine Sonderform des Dickdarmkrebses, an der jährlich in Deutschland etwa 15 Menschen pro 100 000 Einwohner erkranken. Befallen sind hier die letzten 16 cm des Dickdarmes vor dem Darmausgang.  Der Mastdarmkrebs ist eine typische Tumorerkrankung im höheren Lebensalter, die im Vergleich zum Dickdarmkrebs eine etwas ungünstigere Prognose hat, dafür aber mit einfacheren Mitteln diagnostiziert werden kann.
Auch der Mastdarmkrebs und seine Vorstufen können durch die Vorsorgekoloskopie frühzeitig erfasst bzw. ausgeschlossen werden. Bei der operativen Therapie gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, jeder Einzelfall muss nach anatomischen Gegebenheiten und Besonderheiten des Tumors individuell angegangen werden.

Risikofaktoren

  • Hohe Fettzufuhr in der Nahrung,
  • schlackenarme Kost und auch
  • genetische Faktoren sollen eine Rolle bei der Entstehung des Mastdarmkrebses spielen.

Symptome

  • Beimengung von Blut und/oder Schleim im Stuhl
  • Leistungsabfall
  • vermehrtes Pressen beim Stuhlgang
  • ungewollte Gewichtabnahme
  • Bleistift-dünner Stuhl
  • Gefühl, Stuhlgang nicht vollständig entleeren zu können

Früherkennung

Wie bei anderen Krebsarten sind die Heilungschancen verbessert, wenn der Tumor bereits in seinen Frühstadien zu erkannt wird.
Da der Dickdarmkrebs in seinen frühen Stadien keine Symptome verursacht,  ist die Früherkennung durch die Vorsorge-Dickdarmspiegelung von herausragender Bedeutung. Deshalb wird eine Vorsorge-Koloskopie ab dem 55. Lebensjahr dringend empfohlen, bei auftretenden Symptomen und Risikopatienten auch eher.

Wissenswert hierzu:

  • Die Bestimmung des Tumormarkers CEA im Blut ist keine Screeningmethode und ersetzt die Koloskopie nicht
  • Auch die Bestimmung von verborgenem Blut im Stuhl (Hämoccult) kann wegen vieler Fehldeutungen die Koloskopie nicht ersetzen

Sollte trotz Früherkennung eine Darmkrebserkrankung auftreten, so liegt die Heilungschance bei über sechzig Prozent, wenn die Behandlung in kompetenter ärztlicher Hand liegt.
Im EVK Lippstadt behandeln wir Patienten mit Tumorerkrankungen nach den modernsten und aktuellsten Wissen und Techniken.
Wir bündeln die Kompetenzen der unterschiedlichen Fachabteilungen für die Behandlung von Krebserkrankungen in unserem fachübergreifenden Tumorboard. Hier werden die Therapiekonzepte aller unserer Krebspatienten interdisziplinär besprochen. An dieser Konferenz, die wöchentlich stattfindet, nehmen Onkologen, Internisten, Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Gynäkologen und Pathologen teil.

Seit Jahren sind wir erfolgreich Mitglied im Westdeutschen Darmkrebszentrum (WDC) (Siegel des WDC einsetzen oder Kopie der Urkunde).

Untersuchung des Mastdarms

  • ärztliche körperliche Untersuchung des Bauchraumes
  • Austasten des Mastdarmes mit dem Finger
  • Spiegelung des unteren Mastdarmes
    Aus den auffälligen Bereichen des Mastdarmes werden hierbei schmerzfrei Proben zur feingeweblichen Untersuchung entnommen.
    Für die Spiegelung des Mastdarmes ist keine vorbereitende Darmspülung notwendig.
  • Ultraschall-Untersuchung des Mastdarmes

Weitere Untersuchungen:

  • Blutuntersuchungen
  • Ultraschall des Mastdarmes (Endosonographie) (zur Bestimmung der Tumorausdehnung)
  • Computertomographie
  • Vollständige Dickdarmspiegelung (Koloskopie) zum Ausschluss weiterer krankhafter Veränderungen des Dickdarms (Zweittumor)
  • MRT des Becken

Operation

Wie beim Dickdarmkrebs kann auch beim Mastdarmkrebs („Rektumkarzinom“) in frühen Stadien eine alleinige Polypabtragung durch das Rektoskop oder das Koloskop bereits ausreichend sein

Die chirurgische Therapie in späteren Stadien besteht in der vollständigen Entfernung des Tumors mit angrenzenden Abschnitten unter Mitnahme des Lymphabflussgebietes.
Aufgrund der engen anatomischen Nachbarschaft zu Organen wie Scheide, Gebärmutter, Blase und Prostata ist die Anforderung an die chirurgische Therapie beim Rektumkarzinom deutlich höher als beim höher gelegenen Dickdarmkrebs. Weiterhin durchziehen das Becken komplexe Nervengeflechte das Becken, die sowohl für den Stuhlgang als auch für die Sexualfunktion bedeutsam sind. Daher ist die Expertise der Chirurgen sowohl für die minimal-invasiven Operationen als auch für die offene Operation, so wie sie in unserer Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am EVK Lippstadt besteht, ausgesprochen wichtig.
Den tumortragenden Darm und entsprechenden Lymphknoten (TME) entfernen wir meist vollständig durch eine minimal-invasive Operation, bei der lediglich für die Bergung des Darmsegmentes eine kleine quere Hautinzision im Slipbereich nötig ist.

Bei komplizierten Mastdarmkrebsoperationen wird zur vorübergehenden Stuhlableitung gelegentlich für zwei bis drei Monate ein vorgeschalteter künstlicher Dünndarmausgang angelegt, der dann in einer weiteren kleinen Operation wieder verschlossen wird.

Ab dem Tumorstadium T3 oder beim Vorliegen von Lymphknotenmetastasen ist eine vorbereitende (neoadjuvante) Therapie (Bestrahlung und Krebsmedikamente) erforderlich. Der Tumor spricht in der Regel sehr gut hierauf an, so dass günstigere Voraussetzungen für die Operation geschaffen werden können.

Nach der Operation

Üblicherweise folgt nach der Operation ein eintägiger Aufenthalt auf der Intensivstation zur Überwachung. Da wir zu dem Eingriff einen Schmerzkatheter (PDK) nutzen können sie schnell und fast schmerzfrei wieder aus dem Bett aufstehen. Sie können auch bereits am Tag der Operation wieder trinken und Joghurt sowie Brühen zu sich nehmen. Sobald Ihr Darm wieder seine Tätigkeit aufnimmt (er „streikt“ gerne kurz nach einer Operation für eine kleine Weile) erhalten Sie wieder leichte Kost.
Der Krankenhausaufenthalt nach der Operation liegt bei fünf bis zehn Tagen.

Medikamentöse Behandlung

Der entfernte Darm wird zu einer feingeweblichen (histologischen) Untersuchung zum Pathologen geschickt. Dort wird der Tumor nach bestimmten Kriterien in Stadien eingeteilt (sog. TNM-Stadien). Bei den Stadien T3 und höher oder bei Befall von Lymphknoten ist nach der Operation eine medikamentöse Nachbehandlung (Chemotherapie) oder Strahlenbehandlung empfohlen.

Nachsorge

Die Nachsorgeuntersuchungen sollen eventuell auftretende Metastasen und neue Polypen im Darm frühzeitig  entdecken. Die Art der Nachsorgeuntersuchungen und die zeitliche Abfolge wird durch Empfehlungen der Fachgesellschaften (www.awmf.de) geregelt. Das Nachsorgeprogramm dauert insgesamt 5 Jahre, in denen in bestimmten Zeiträumen folgende Untersuchungen vorgesehen sind:

  • körperliche Untersuchung
  • Laboruntersuchung
  • Sonographie (Ultraschall)
  • Ultraschall des Mastdarmes
  • Koloskopie (Dickdarmspiegelung)
  • Computertomograhie

Die Termine für die notwendigen Nachsorgen werden Ihnen bei der Entlassung mitgeteilt.

Metastasen

Einige Patienten haben  zum Zeitpunkt der Tumordiagnose bereits Tochtergeschwülste (Metastasen), meist in der Leber, gelegentlich auch in der Lunge oder in anderen Organen. Der Tumor hat dann „gestreut“.

Heutzutage können wir auch in diesen Fällen die Metastasen durch operative Entfernung, Abtötung durch Hochfrequenzstrom (Radiofrequenz-Ablation) und/oder einer Chemotherapie behandeln. Auch Lungenmetastasen sind in vielen Fällen operativ vollständig entfernbar, so dass der Nachweis von Metastasen nicht zwangsläufig Unheilbarkeit bedeutet.