40 Jahre „Grüne Damen“ im EVK – Ehrenamtliche Helfer erleichtern Patienten den Klinikalltag

„Jeder Mensch sollte versuchen, mit seinem Leben die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.“ (Frances Hodgson Burnett) Getreu diesem Leitspruch helfen sie Besuchern bei der Orientierung und unterstützen Patienten mit Gesprächen und kleineren Diensten – die Grünen Damen und Herren im Evangelischen Krankenhaus. Bereits im November 1982 wurde der überkonfessionelle, ehrenamtliche Dienst nach Vorbild der amerikanischen „Pink Ladies“ im Evangelischen Krankenhaus ins Leben gerufen.  In diesem Jahr feiern die Grünen Damen, die dem Dachverband der Evangelischen Kranken- und Altenhilfe e.V. unterstehen, ihr 40-jähriges Bestehen.

Vor Beginn der Corona Pandemie gehörten sie zum festen Bild im Evangelischen Krankenhaus: Die Damen und Herren, gut zu erkennen an ihrem „Markenzeichen“ den grünen Kitteln, begrüßten Besucher schon im Eingangsbereich, waren regelmäßig auf den Stationen unterwegs und gingen von Zimmer zu Zimmer, um Patienten ihre Hilfe anzubieten.

Doch mit Beginn der Pandemie musste der Dienst im Krankenhaus zum Schutz der Patienten und der Grünen Damen selbst, eingestellt werden. Kurzerhand richteten die Ehrenamtler deshalb einen Telefondienst, das „Grüne Telefon“, ein. Von montags bis freitags können Patienten sie nun telefonisch kontaktieren. „Wir ersetzen keine Ärzte, Pflegende oder Seelsorger. Wir nehmen uns Zeit zum Zuhören, spenden Trost und geben Hoffnung. Dabei kann ein Gespräch schon einmal 30 Minuten dauern. Dabei unterliegen wir natürlich der Schweigepflicht“, beschreibt Roswitha Otto, seit 2013 Vorsitzende der Grünen Damen im EVK, ihre Tätigkeit. Denn häufig fühlen sich Patienten einsam im Krankenhaus, die Pandemie mit den eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten für die Angehörigen hat diesen Bedarf noch erhöht. „Die Arbeit der Grünen Damen ist eine große Bereicherung für unser Haus“, bestätigt der Pflegedirektor, Friedel Grawe. „Wir danken allen herzlich, die sich in den letzten Jahrzehnten in dieser Form für unsere Patienten engagiert haben.“

Doch wie bei vielen Ehrenämtern haben die letzten zweieinhalb Jahre auch bei den Grünen Damen „Spuren hinterlassen“. Während in der „Vor-Corona-Zeit“ weit über zwanzig Damen und Herren für das EVK tätig waren, sind es derzeit nur noch 14. Bundesweit gingen durch die Pandemie 740 Grüne Damen „verloren“. Neben dem altersbedingten Ausscheiden einiger Mitglieder, spielte dabei laut Roswitha Otto auch eine Rolle, das gemeinsame Aktivitäten zur Stärkung des Miteinanders nicht mehr wie geplant, stattfinden konnten. „Normalerweise organisieren wir regelmäßig, schöne Ausflüge, nehmen an Vorträgen teil und organisieren selbst Vortragsveranstaltungen. Ich hoffe, dass wir durch die Schutzmaßnahmen bald wieder zu unserer Normalität zurückfinden “, so Otto.

Über „Nachwuchs“ würden sich die Grünen Damen im EVK sehr freuen. Interessierte Frauen und Männer, können sich gerne direkt bei Roswitha Otto melden (lipperose@hotmail.com, 02941-64537) Ausüben kann die Tätigkeit jeder, der sich sozial engagieren möchte und älter als 18 Jahre ist. Neben Einfühlungsvermögen und emotionaler Stabilität, sind Zuverlässigkeit, Kontaktfreude und Verschwiegenheit wichtige Voraussetzungen. Jedes neue Mitglied erhält eine fachkundige Einweisung und regelmäßige Fortbildungen, um gut auf die Arbeit vorbereitet zu sein.

BU: Die Grünen Damen und Herren des Evangelischen Krankenhauses Lippstadt vor Beginn der Pandemie.



Zurück