Kliniken kooperieren erfolgreich bei Versorgung von Schlaganfallpatienten

In Deutschland erleiden jedes Jahr circa 300.000 Menschen einen Schlaganfall. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Betroffene bedürfen einer sofortigen und gezielten Behandlung auf einer spezialisierten Station, der sogenannten Stroke Unit.  Um die Versorgung besonders in ländlichen Regionen weiter zu verbessern, wurde 2019 unter der Leitung der Uniklinik Münster das Neurovaskuläre Netzwerk Westfalen+ gegründet. Die Klinik für Neurologie des EVK Lippstadt gehört mit sieben weiteren Kliniken zu den Gründungsmitgliedern. Das Netzwerk wurde nun erstmalig durch die neurologischen Fachgesellschaften erfolgreich zertifiziert.

Zentrale Aufgabe des Neurologisches Netzwerk Westfalen+ ist es, Lücken bei der Versorgung des Schlaganfalls und anderer Gefäßerkrankungen des Gehirns zu schließen. Die beteiligten Kliniken, die alle eine zertifizierte Stroke Unit besitzen, arbeiten überregional und fachübergreifend zusammen. Wenn beispielsweise eine bestimmte Untersuchung oder Therapie in der behandelnden Klinik nicht verfügbar ist, kann eine rasche Verlegung des Patienten innerhalb des Netzwerkes erfolgen. „Wir stellen gemeinsam sicher, dass die Patienten rund um die Uhr Zugang zu hochspezialisierter Diagnostik und innovativen Therapiekonzepten haben und ermöglichen so eine Versorgung von Schlaganfällen auf höchstem Niveau,“ erklärt Privatdozent Dr. Ingo Meister, Chefarzt der Klinik für Neurologie und des Schlaganfallzentrums im EVK Lippstadt. Großer Vorteil des Netzwerks sind dabei die etablierten Kommunikationswege sowie einheitliche Behandlungs- und Dokumentationsstandards.

Das Neurovaskuläre Netzwerk Westfalen+ wurde jetzt durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie und die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie zertifiziert. In einem unabhängigen Audit des TÜV Rheinlands wurden unter anderem die fachübergreifende Zusammenarbeit, zeitliche Abläufe und Prozesse bei der Akut- und stationären Versorgung sowie die personelle und technische Ausstattung beurteilt.

Zurück