Schlaganfallstation im EVK Lippstadt erhält Zertifizierung - Bestätigung der hohen Versorgungsqualität

Die Schlaganfallstation (Stroke Unit) der Klinik für Neurologie im Evangelischen Krankenhaus wurde im April durch ein unabhängiges Prüfergremium erstmalig als regionales Schlaganfallzentrum ausgezeichnet. Die Spezialstation mit sechs Betten erfüllt die hohen Standards der neurologischen Fachgesellschaft für die optimale Versorgung von Schlaganfallpatienten. Die Stroke Unit im EVK ist die einzige im Kreis Soest. Jährlich werden hier bis zu 750 Schlaganfallpatienten versorgt.

Die Zertifizierung erfolgte nach den umfassenden Qualitätskriterien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DGS), der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sowie des TÜV Rheinland. „Unser Ziel ist der bestmögliche Behandlungserfolg für den Patienten, deshalb haben wir uns dem Qualitätstest freiwillig unterzogen“, erklärt Privatdozent Dr. Ingo Meister, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Leiter der Stroke Unit im EVK Lippstadt. Um die Auszeichnung zu erreichen, musste die Stroke Unit unter anderem klar definierte Prozesse für die Akutversorgung und stationäre Überwachung der Schlaganfallpatienten nachweisen. „Viele dieser Parameter sind zeitkritisch, um einer fortschreitenden Schädigung der Hirngefäße nach einem Schlaganfall entgegen zu wirken,“ so Dr. Meister. So muss spätestens 30 Minuten nach der Aufnahme des Patienten eine bildgebende Diagnostik erfolgen, um die weiteren Therapieschritte festzulegen. Möglich ist das im EVK durch die enge Zusammenarbeit mit der Abteilung für Radiologie und Neurologie. Neben Computer- und Kernspintomografen der neuesten Generation verfügt die Abteilung auch über eine sogenannte DSA (digitale Substraktionsangiographie). In dem Hochleistungsröntgen kann das Blutgerinnsel, das den Schlaganfall verursacht, sichtbar gemacht und bei geeigneten Patienten mittels eines dünnen Katheters (Thrombektomie) direkt aus dem betroffenen Hirngefäß entfernt werden. Auch die technische Ausstattung der Schlaganfallstation selbst entspricht den anspruchsvollen Vorgaben der neurologischen Fachgesellschaft. In den speziellen Überwachungszimmern kommt seit Beginn des Jahres eine innovative Technologie zum Einsatz. Mit der sogenannten Schlaganfall-Risiko-Analyse für den klinischen Bereich (SRA®clinic) wird das EKG Signal des Patienten während der 72 stündigen Überwachungsphase kontinuierlich ausgewertet, um mögliche Ereignisse eines Vorhofflimmers, einem wichtigen Risiko für einen Schlaganfall, zu detektieren. „Wenn die Herzrhythmusstörung in Episoden auftritt, kann sie im Rahmen eines üblichen EKGs nur selten erkannt werden“, erläutert Dr. Meister. „Das neue System hilft uns dabei Patienten mit entsprechendem Risiko zu identifizieren und eine geeignete Therapie einzuleiten. So können weitere Schlaganfälle verhindert und die Sicherheit für den Patienten erhöht werden.“

Weitere wichtige Faktoren für die Zertifizierung der Stroke Unit im Evangelischen Krankenhaus sind die gute personelle Ausstattung und interdisziplinäre Versorgung des Patienten. Neben der Kooperation mit der Abteilung für Radiologie und Neurologie im Hause, gehört hierzu die enge Zusammenarbeit mit der kardiologischen Praxis Dr. Atri in Lippstadt. Zusätzlich zu den erfahrenen Fachärzten und Pflegekräften werden die Patienten im Rahmen der stationären Frührehabilitation auch von Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden sowie den Sozialarbeiterinnen des Hauses betreut.

"Wir sind stolz auf die Zertifizierung, denn wir bilden in unserem Haus die gesamte Versorgungskette für Schlaganfallpatienten ab. Von der Akutversorgung, der stationären Therapie und Überwachung bis hin zur Frührehabilitation“, freut sich Dr. Meister. Die Zertifizierung ist bis Herbst 2022 gültig.

 

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