„Spitzenmedizin für Lippstadt“ – EVK investiert 1,3 Millionen in modernen Operationsroboter

Das Evangelische Krankenhauses freut sich über einen echten Da Vinci. Nicht etwa über ein Bild des berühmten Universalgelehrten, sondern einen Operationsroboter der neuesten Generation. Der Roboter, der in den nächsten Tagen geliefert wird, wird zukünftig bei bestimmten Eingriffen in der Gynäkologie und Viszeralchirurgie „assistieren“. Gesteuert wird er dabei durch den Operateur. Großer Vorteil der hochpräzisen Technologie ist es, dass auch sehr komplexe Operationen minimalinvasiv, das heißt im sogenannten Schlüssellochverfahren, und besonders schonend durchgeführt werden können.

„Mit dem Da Vinci-Operationsroboter bringen wir Spitzmedizin nach Lippstadt“, so Franz Fliß, Geschäftsführer des EVK. „In der Region sind wir das einzige Krankenhaus mit OP-Roboter, doch das System hat sich bereits in vielen Ländern und in mehreren Millionen Eingriffen weltweit hervorragend bewährt.“ Tatsächlich ist das Da Vinci-System in Amerika bereits seit über 20 Jahren zugelassen und im Einsatz. In Deutschland wurden mittlerweile rund 200 OP-Roboter installiert.

„Natürlich ersetzt der Roboter den Operateur nicht, vielmehr dient er ihm als Präzisionswerkzeug“, erklärt Prof. Langenbach, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeralchirurgie und Koloproktologie im EVK Lippstadt. Bei der Roboter-assistierten Chirurgie wird eine kleine Kamera und weitere Arme mit winzigen Instrumenten über kleine Hautschnitte in die Bauchhöhle eingebracht. Gesteuert werden die Arme des Roboters durch den Chirurgen über eine Konsole mit dreidimensionaler, zehnfach vergrößerter Sicht. Die Instrumente können in Echtzeit und millimetergenau in alle Richtungen bewegt werden. Mögliches Handzittern filtert der Roboter automatisch heraus. Feinste Strukturen wie Nervenbündel und kleine Gefäße werden so erkannt und besonders gewebeschonend gearbeitet.

„In der Gynäkologie wird der Roboter bei Entfernungen der Gebärmutter, der sogenannten Hysterektomie, oder Operationen an den feinen Strukturen der Eileiter „assistieren“ “, erläutert Prof. Dr. Joachim Volz, Chefarzt des Zentrums für Frauenheilkunde im EVK Lippstadt. „Weitere Einsatzgebiete können Eingriffe bei Beckenbodensenkungen oder bei Harn-/oder Stuhlinkontinenz sein, die ohne Roboter zuvor nicht möglich waren. Auch komplexe Operationen bei Eierstock- oder Gebärmutterkrebs werden genauer und besser möglich sein.“ In der Viszeralchirurgie ist die Unterstützung durch den Roboter besonders dann hilfreich, wenn in tiefen Gewebeschichten operiert werden muss, zum Beispiel bei der Entfernung bestimmter Darmabschnitte infolge von Darmkrebs oder chronischen Darmerkrankungen. Auch bei Eingriffen bei sehr adipösen Menschen ist der Roboter nachweislich von Vorteil.

Bis der „Da Vinci“ im Evangelischen Krankenhaus einsatzbereit ist, werden die Operationsteams intensiv auf die neue Technik geschult. Von großem Vorteil dabei ist, dass mit Privatdozent Dr. Peter Rusch seit Anfang des Jahres ein sehr erfahrener Da Vinci-Operateur das Team ergänzt. Der neue Oberarzt des Zentrums für Frauenheilkunde, der zuvor unter anderem an der Uniklinik Essen tätig war, konnte über mehr als zehn Jahre und in mehreren hundert Eingriffen umfassende Erfahrung mit dem Roboter sammeln.

 

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Bild: (Mitte) Franz Fliß, EVK-Geschäftsführer, gemeinsam mit dem ärztlichen Team das federführend für die Etablierung der Roboterchirurgie im Evangelischen Krankenhaus verantwortlich ist: (V.r.n.l.) Prof. Dr. Joachim Volz und Privatdozent Dr. Peter Rusch, Chef- und Oberarzt des Zentrums für Frauenheilkunde, Ahmed Abdelsamad und Prof. Dr. Mike Ralf Langenbach, Chef- und Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeralchirurgie und Koloproktologie.

Kontakt:

Dr. Nadja Schikorra

Öffentlichkeitsarbeit

EVK Lippstadt

Tel: 02941/ 67-1021

Email: n.schikorra@ev-krankenhaus.de

 

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